Dezember 7, 2020

Corona, Corona, Corona – Bücher in der Gegenwart

Gerold Aregger hat in Gegenwart, 4-2021, November 2021 neben anderem folgende Bücher zusammengefasst und rezensiert:
Thomas Mayer, Corona-Impfungen aus spiritueller Sicht, Jenbachmedia, September 2021,

Elaim Gairo, Covid 19 – die globale Seelenentfremdung

Judith von Halle, Die Coronavirus-Pandemie, Verlag für Anthroposophie, Dornach, 2021


Allen drei Büchern scheint die These zugrunde liegen, dass „man“ versuchen wird, die Menschen gegen die Spiritualität zu impfen, wie Rudolf Steiner zitiert wird. „Man“ sind einmal die „Schwarzen Logen“, zum anderen die „Transhumanisten“ aus Google, Microsoft, Apple, Tesla, paypal, u.a., also alle digitalen Großkonzerne. Bei von Halle sind dies die „ranghöchsten widersacherischen Hierarchien“. Durch die Gewöhnung an den mRNA-Impfstoff als Retter der Coronakrise würde der Weg begleitet in eine noch materialistischere Medizin, z.B. mRNA Medikamente gegen Krebs usw., und der Schritt zu Manipulation des Menschen durch Implantate, Impfstoffe oder ähnliches dadurch die Tür geöffnet. (Mayer, Halle).

Damit liege heute die Grundentscheidung vor, entweder bindet der Mensch sich ewig an die Materie und er erlöst sich durch die Entfesselung von der Materie. (Gairo) Freiheit versprechen beide Wege, aber der materielle hat Stolpersteine bei der Entwicklung geistiger (karmischer) Wege. Mehrere Hellsichtige haben Probleme durch die Impfung, sowie teilweise auch durch die Erkrankung, bei den übersinnlichen Wesensgliedern und des nachtodlichen Lebens festgestellt. (Mayer).

Der Verursacher dieser Problematik, dem Virus, scheint dabei nicht wirklich eine Schuld zu treffen, denn „Viren sind aktive Vermittler des Bauplans, des Planen vom Bau des Menschen bis hin zur Vervollkommnung unserer Wesensglieder.“ (Gairo) Es sei denn, er ist nicht natürlichen Ursprungs, was die Gruppe der Hellsichtigen glaubt gesehen zu haben (Mayer).

Ich kann nicht wiedergeben, was auf den rund 600 Seiten alles steht, da ich sie ja nicht gelesen habe. Mein Dank gilt Gerold Aregger, der all diese Bücher gelesen und ausführlich zusammengefaßt und rezensiert hat. Ich habe seine Kommentare und Zusammenfassung mehrfach gelesen und versucht, dann meine eigene Anschauung zu konkretisieren.

Eine meiner grundlegenden Kritiken ist es, dass die hellsichtigen und geistforschende Menschen sehr anthropozentrisch in die geistige Welt gehen, was ja auch schon Steiner tat. Das von mir historisch und aktuell Erlebte und Erfahrene wird in der geistigen Welt ebenso gestaltet sein, also Egoismus, Dualismus, gut und böse, Kampf, Hierarchien usw. Eine materialistische Sichtweise der heutigen Realitäten wird auf die geistigen Wirklichkeiten überstülpt.

Das ist vielleicht auch nur als Frage zulässig, denn ich bin weder hellsichtig, noch ist meine Geistesforschung in irgendeiner Weise fortgeschritten. Somit kann ich nicht in die geistige Welt schauen, sondern nur eine andere Anschauung haben, als andere. Kritisch wird es dann, wenn meine Position als „er weiß es eben nicht“ charakterisiert wird. Mal sehen, was da kommt.

Auf meinem Weg ist mir die Anthroposophie ein Helfer, kein Glaubenssatz. Ich meditiere, versuche achtsam zu sein, ich versuche Ruhe zu empfinden, die Wirklichkeiten zu erschauen, mit Perspektivenwechseln, dabei in Bescheidenheit Mitgefühl, Dankbarkeit, Großzügigkeit und Humor mir zu vergegenwärtigen und mein Weiterkommen auf diesem Weg jeweils zu akzeptieren.
Dabei ist mir „Gegenhalten, Innehalten und Offenhalten“ eine Hilfe durch die aktuellen Ereignisse dieser Welt zu gehen und dabei keine Möglichkeiten auszuschließen.

Da mir die „höhere“ geistige Welt unerschlossen ist, bleibt mein Blick auf die Gegenwart beschränkt. Und dort sehe ich aktuell einen lebensbedrohlichen Virus sich weltweit verbreitend. Über 5,5 Millionen Menschen sind ihm bis heute (Dezember 2021) zum Opfer gefallen. Die Regierungen haben Maßnahmen ergriffen, um zu helfen, die wirken. Die Medizin hat einen Impfstoff geliefert, der hilft. Eine große Mehrheit der Bevölkerung steht zu diesen Maßnahmen, auch wenn sie zu einem teil überzogen sind und deren Folgen nicht wirklich abzuschätzen sind. Dieser meiner Meinung steht die einer Minderheit (bis zu 30 Prozent) gegenüber. Jetzt ist jede Medizinerin, Wissenschaftlerin, Statistikerin – und die Anschauungen und Meinungen prallen aufeinander. Durch die sogenannten sozialen Medien wird jede Stimme gehört (in einer Art Blase verstärkt sich dies gegenseitig) und durch die Anonymität wird dort aggressiv jede Meinung kundgetan. Und die sogenannten Massenmedien kommentieren, plaudern und verbreiten jede irgendwie verkaufbare Meinung genüßlich und heizen die Auseinandersetzungen kräftig an.

Dies führt zu einer Spaltung in der Meinungsführerschaft und aktuell nehmen gewalttätige Auseinandersetzungen auf Demonstrationen gegen die Maßnahmen zu. Die Regierungen sind verunsichert und eiern so ziemlich durch die Krise, so scheint es zumindest.

Hier ist Geistigkeit wahrlich gefragt. Wieso fallen so schnell Urteile? Warum wird nicht versucht, die Gegenmeinung zu verstehen und zu akzeptieren? Sind wir alle nur angstgesteuerte Egoisten? Warum brauchen wir plötzlich alle Feindbilder (schuld sind jeweils die anderen)?

Eine mögliche Antwort ist, dass diese Situation (verstärkt durch die „Krisen“ im 20. Jahrhundert: Weltkriege, Faschismus, Spanische Grippe, Klimawandel,…) wie ein Brennglas alle Probleme, alle Fragen und Unsicherheiten, alle Unzulänglichkeiten usf. größer erscheinen und dadurch dieselben verstärken.

In dieser Situation sind Verhaltensweisen gefragt, die ausgleichend, ruhig, respektvoll sind. Die die Anschauungen und Meinungen in der Schwebe halten, die sensibel wahrnehmen und Rechthaben hintenan stellen.

Und doch geschieht dies alles ja nicht in einem wertfreien Raum und Gegenwart. Vielmehr herrschen hier Anschauungen und Meinungen, die auf einer kapitalistischen, globalisierten, neoliberalen Weltordnung basieren. Hier sind Eigennutz, Gewinn, Macht und egoistische Vorteile unsere ständigen Begleiter und Grundlagen.

Mit meiner Meditation versuche hier entgegenzuwirken und eine andere Wirklichkeit, die auf Liebe, Gemeinwohl und Bedürfnisbefriedigung beruht, mit erstehen zu lassen. Dazu gehört im Wesentlichen die Arbeit an mir selber, meine Ängste, Egoismen und Emotionen lernen anzunehmen und die alten Denkmuster zu verändern. Wort für Wort. Tat für Tag. Immer.

Dazu gehört auch mein Engagement für eine freie, gerechte und solidarische Welt in den Sozialen Bewegungen, zu denen Vordenkern gerade die „Dreigliederer“ gehören, das Engagement in Initiativen und Projekten, die den Werten der Dreigliederung entsprechen.

Wenn Thomas Maier in der Einleitung zu seinem Buch feststellt, daß das Thema emotional vergiftet und durchängstigt ist, mag er ja vielleicht Recht haben, aber so wie ich es sehe, ist dann das Buch kein Beitrag, um zu verstehen und „Auswege aufzuzeigen“, sondern festigt die Ängste und Emotionen auf der einen Seite weiter kräftig.

Doch letztlich finden alle drei Autoren Impulse für ein Weiterleben.Mayer sieht, dass die „übersinnlichen Impfschäden“ grundsätzlich überwindbar, heilbar sind. Gairo meint, „die Corona-Pandemie bietet uns die (…) unglaubliche Möglichkeit, durch eine zeitgenössische Geistesforschung mittels moralischer Besinnung aus der Gegenwart auf die Vergangenheit zu wirken und in dieser Geste den Pfad des ätherischen Bewußtseins zu beschreiten.“ Und Judith von Halle sieht mit der Impfung gar die Möglichkeit, dass sich Geistesschüler einen notwendigen Zeitaufschub verschaffen können, um desto entschiedener ihre Seelenübungen zugunsten der menschheitlichen Ich-Entwicklung vollziehen zu können.

Zum Schluß möchte ich noch einmal auf die drei anfangs aufgestellten Thesen eingehen: Ich selber sehe sehr wohl ein Interesse der Biochemie-Konzerne ebenso wie anderen Machtkonzentrationen, ihre Interessen durchzusetzen. Der Milliarden-Gewinn durch die Impfstoffe ist immens, die Aktionäre jubeln. Das mit lauteren und unlauteren Mittel dieser Weg weiterverfolgt wird ist klar. Die Transhumanisten zeigen ihren Weg hin zur Unsterblichkeit, letztlich mit ihren Investitionen in die Raumfahrt und die Bewohnbarmachung des Mars, deutlich als Vision auf. Dagegen ist in einem freien Geistesleben Stellung zu beziehen und an Gegenstrategien zu arbeiten, um die Macht der Konzerne einzugrenzen. Wenn diese Konzerne und Investmentgruppen als „man“ bezeichnet werden, bin ich dabei, diese Wege nicht mitgehen zu wollen.

Ob der Virus künstlich erzeugt worden ist, wissen wir nicht. Ich selber kann mir beide Möglichkeiten, die Zoonose durch kapitalistischen Naturbeherrschung und Wildtierhandel oder einem Forschungsprojekt in Wuhan vorstellen. Beides ist zu verurteilen und gehört geändert.

Mein offener Weg in eine spirituelle Welt mit Verbundenheit mit allen Wesen dieses Kosmos, der Natur und den geistigen Energien gehe ich sowieso. Diese Entscheidung kann jeder Mensch für sich treffen. Gehe ich den materialistischen oder den geistigen Weg. Es gibt viele Energien für den materialistischen Weg, doch sehe ich viele Menschen mit Zweifeln, wie z.B. in der Quantenphysik, in der Literatur, den Wissenschaften, in Gemeinschaften, usf., die darum ringen, den freiheitlichen Weg einzuschlagen. Diese sind eine Minderheit, aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. So platt diese Weisheit ist, so wahr ist sie.
Dieter Koschek

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